Der Film «Wir töten Stella» basiert auf dem gleichnamigen Buch von Marlene Haushofer.
Marlene Haushofer ist nach dem 2. Weltkrieg aufgewachsen und somit ist ihr Buch Nachkriegsliteratur. Tatsächlich spielt der 2. Weltkrieg im Buch eine grosse Rolle, da die verschiedenen Personen den verschieden «Parteien» damals zugeordnet werden können. Das gehört zur Vergangenheitsbewältigung, die meistens der Grund für die damals geschriebenen Bücher war. Jedoch war für mich im Film diese Parallele nicht gut genug zu sehen, was den Film weniger interessant macht. Die Tatsache, dass Anna ihren Text auf einem IPad schreibt und auch der Rest relativ modern wirkt, macht es nicht einfacher, diese für mich wichtige und spannende Verbindung herzustellen. Ausserdem gibt es weitere Aspekte, auf die ich nie gekommen wäre, wenn ich mich nicht mit anderen über den Inhalt des Buchs ausgetauscht hätte. So wäre vieles unentdeckt geblieben, wenn ich nur den Film gesehen hätte. Beispielsweise wurde die Veränderung von Stella nicht deutlich gemacht. Auch die Musik fand ich meist nicht passend. Es gab immer wieder sehr starke Wechsel von laut zu leise oder von schnell zu langsam, was ich störend fand und dem Ganzen einen unprofessionellen Schein verliehen hat. Auch das Ende des Filmes war für mich nicht nachvollziehbar und hat mich mit einem ratlosen Gefühl zurückgelassen. Die Binnenhandlung, die im Buch immer wieder gut erklärt wurde habe ich auch im Film wiedererkannt. Besonders die Szenen, in denen Anna vor dem Fenster steht fand ich sehr gut gemacht, weil sie sehr beklemmend wirken und etwas Spannung in den Film bringen.Was ausserdem noch unerklärlich ist, ist warum so vieles, was Marlene Haushofer so präzise zu Papier gebracht hat, im Film so sehr wörtlich genommen und verdeutlicht wurde. Zusammenfassend finde ich den Film nicht gut, weil zu viele wichtige Dinge weggelassen oder vernachlässigt wurden. Auch die gute Art, die Spannung aufzubauen, konnte dies nicht kompensieren.
Ich finde du hast eine spannende Rezension geschrieben und bist auf verschiedene Punkte positiv wie auch negativ eingegangen. Für mich ist deine Aussage, dass man das Buch nicht gelesen haben sollte, wenn man den Film sieht widersprüchlich zum Rest deiner Rezension. Denn ich habe das Gefühl, dass dich die fehlenden Parallelen zum 2. Weltkrieg stören und die ja nur zum Vorschein kommen, wenn man das Buch kennt.
Sprachlich ist dein Text sehr gut und du verwendest einen breiten Wortschatz.
Ich finde den Text extrem nachvollziehbar. Die Meinung des Autores wird klar und mit konkreten und validen Argumenten belegt, somit macht das den Text sehr relatable.