Rezension über das Buch
Die Novelle “Wir töten Stella” wurde 1958 von Marlen Haushofer publiziert. Es wurde in der Nachkriegszeit geschrieben und beinhaltet zwei wichtige Novellen Merkmale. Die Rahmen- und Binnenhandlung, also die “Geschichte in der Geschichte”, und die Handlung, die niedergeschrieben wird. Das Buch wurde Ende fünfziger Jahre, während der Nachkriegszeit geschrieben, geltet also somit zu der Nachkriegsliteratur. Dies scheint im ersten Augenblick nicht sehr deutlich zu sein, aber nach gründlichem analysieren der Novelle findet man viele Hinweise, die zur Judenverfolgung, im zweiten Weltkrieg, deuten. Das Buch wurde in der Sicht von einer Hausfrau, an einem Wochenende, geschrieben und nimmt die Form eines schriftlichen Geständnisses an. Es handelt über den tragischen Tod eines 19 jährigen Mädchen, welches Suizid begang, nach dem sie von einem verheiratetem Mann geschwängert wurde. Anna die Hausfrau und zweifach Mutter, hatte ein junges lebendiges Mädchen namens Stella aufgenommen, genau wissend, das ihr Mann ein frauensüchtiger Tyrann ist. Anna, fing an Stella fraulicher zu kleiden, welches Richard’s Interesse noch mehr weckte. Sie sah und hörte wie schlecht es Stella ging, ihr blasses Gesicht und ihre roten Augen waren nicht mehr zu übersehen, jedoch tat sie nichts. Sie hatte Angst, dass Richard ihrem geliebten Sohn Wolfgang böses antat, deshalb bemühtete sie sich wegzuschauen und zu warten, bis alles vorbei war. Stella’s Tod war eine enorme Erleichterung für Anna, nun konnte sie endlich anfangen die schreckliche Zeit zu „vergessen“ und sich nur noch auf Wolfgang konzentrieren. Doch wie kann man etwas vergessen, was man nicht vergessen darf ?
Das Buch legt erstaunlich nahe, dass Diktaturen nicht wie ein klassisches Pyramidensystem aufgebaut sind, in dem unterdrückte Personen unter der Herrschaft eines bösen Tyrannen stehen und, dass alle schlimmen Ereignisse geschehen, weil die Menschen nur „Befehle befolgen“. Das Buch hinterlegt vielmehr den Gedanken, dass die Tyrannei gleichmäßig auf allen Ebenen der Gesellschaft existiert: in Organisationen bis zur Familie. In seinen Studien über den Totalitarismus,schrieb Solschenizyn, dass die Gulags hauptsächlich von den Häftlingen geführt wurden. Das ist ein extremes Beispiel, aber es beschreibt, worum es geht. Marlene Haushofer hat dies excellent verdeutlicht und man erkennt, welcher Charakter wen, in dem System, darstellen soll. Die Moral des Buches ist, dass sich jeder für das verantwortlich fühlen sollte, was um ihn herum geschieht. Es ist zwar nicht vorteilhaft, sich wie ein Außenseiter zu verhalten, aber da wir alle eine Gruppe brauchen, mit der wir uns identifizieren können, würden wir genauso einsam und unglücklich enden, wie wenn wir unsere eigenen Werte und Moralvorstellungen zugunsten eines Systems, in diesem Fall der Familie, verraten würden. Man könnte sagen, allein die Tatsache, dass das Buch es schafft, die Struktur und den Schrecken des Dritten Reiches mit Hilfe der Analogie der Familie darzustellen, in einer Art und Weise bereits ein Beweis und ein klares Beispiel dafür ist, wie die Tyrannei auf jeder Ebene der Gesellschaft, einschließlich der Familie, existierte.