Zur Autorin
Marlen Haushofer wurde 1920 in Wien geboren und war eine österreichische Schriftstellerin. Sie publizierte in vielen österreichischen Tageszeitungen und schrieb Bücher, jedoch ihr erster Erfolg gelang ihr 1952 mit der Novelle „Das fünfte Jahr“, die ein Jahr im Heranwachsen eines Mädchens in nüchterner Nähe beschreibt. Sie schrieb viele weitere Bücher so wie „Die Wand“ oder „Idylle“ als auch „Wir töten Stella“. Ihr wurden zahlreiche Auszeichnung zugeschrieben, manche jedoch erst nach ihrem Tod in 1970.
Erst Frauenbewegung und Frauenliteraturforschung erkannten die Bedeutung des Werkes, die sich immer wieder mit der Rolle der Frau in der Männergesellschaft auseinandersetzt.
Handlung im Buch/Film
Die Hauptfigur Anna schreibt ihre Geschichte nieder, in der sie über die neunzehnjährige Stella erzählt. Stella wird von ihrer Mutter weggeschickt und wohnt nun mit Anna und ihrer Familie. Annas Ehemann Richard ist ein angesehener Rechtsanwalt und beginnt eine Affäre mit Stella. Anna aber beobachtet diese erzwungene Affäre nur mit einem kühlen Blick. Anna versucht die kaputtgehende Familienidylle aufrecht zu erhalten, während sie Stella in seine Falle lockt.
Es ist bewundernswer, wie Merlen Haushofer über Anna und ihre Gedanken schreibt. Ohne etwas zu romantisieren, auf hautnaher Ebene. In vielen Filmen und Büchern von männlichen Autoren, werden weibliche Charaktere und Situationen verschönert, verziert, sexualisiert.
Jedoch dieses Buch zeigt ein Leben einer Frau (Stella) aus der Sicht einer Frau (Anna) geschrieben von einer Frau, Marlen Haushofer. Solche Bücher kamen zur Zeit der Freigebung des Buches so selten vor, dass Männer die Novelle als ,,Hausfrauenliteratur’’ bezeichneten.
In herkömmlichen Filmen sind Frauen oft keine aktiven Subjekte, sondern passive Objekte männlicher erotischer Befriedigung. Filme rahmen Männer als Betrachter und Frauen als Betrachtete ein. Männer als aktiv, Frauen als passiv. Für das Publikum, die Leser oder die Zuschauer (Siehe: the male gaze). Wir können dies in Büchern, Filmen und Gemälden sehen.
Aber in „Wir töten Stella“ werden die Protagonistin Anna und das Mädchen Stella so gut wie gar nicht sexualisiert. Die Szenen werden unverblümt gezeigt. Die grobe und direkte Konfrontation mit der wahren Welt unter dem Patriarchat zeigt die prä-feministischen Tendenz des Werkes.
Ich empfehle den Film oder das Buch an jeden, der interessiert ist, über ein ungeschmücktes Familien Verhältnis zu lesen/ zu schauen. Das Buch ist zeitlos und gut geschrieben.
(N.Z.)
Sehr schön wie du über die Autorin selbst schreibst, nachher über die Geschoichte. Es ist echt schön endlich mehr über die Feministische Seite der Geschichte zu lernen und zu lesen. Die länge ist auch ausgezeichnet. Good job!!!