«Wir töten Stella» eine etwas andere Filmrezension

Filmrezension

„Wir töten Stella“ ist ein im Jahre 1958 von Marlen Haushofer geschriebenes Buch. Marlen Haushofer kam am 11.April 1920 in Frauenstein, Österreich auf die Welt. Sie schrieb viel beudeutende Bücher, welche für Feminismus stehen, welches es damals noch nicht gab. Leider verstarb sie am 21.März 1970 in Wien an Knochenkrebs. Ihr Meisterwerk wurde im Jahre 2017 verfilmt: im Film ist jedoch ziemlich alles falsch, was falsch sein kann. Ich kann mir nicht vorstellen, was sich der Regiseur Julian Roman Pölser dabei gedacht hat. Ich bin mir sicher, dass er uns nur verwirren wollte, denn der Film ist zeitlich sehr durcheinander. Man sieht am Anfang, wie Stella umgebracht wird, und spätestens ab dann versteht man die Timline gar nicht mehr, einmal sind wir bei Anna, der Hauptdarstellerin, dann bei Wolfgang, ihrem geliebten Söhnchen, und dann plötzlich in Annas Gedanken, Kopf oder Ängsten, ich verstehe es ja selbst nicht. Für die, die die Geschichte nicht kennen: es geht um Anna, die Mutter von Wolfgang und Anette, und die Ehefrau von Richard, welche sich sehr schwer mit der Aufnahme des Kindes ihrer Freundin Luise tut. Das Kind heisst Stella, und sie wird nicht nur von Anna gehasst, sondern auch von Wolfgang, dem Klon seiner Mutter. Richard nutzt Stella sexuell aus, und Anette ist einfach da. Am Ende des Buches wurde Stella mit einem gelbem Lastwagen überfahren und wir wissen nicht genau ob es Suizid, oder ein Unfall war. Das macht das Buch auch so spannend und gut: die ganze Interpretation, die uns gelassen wurde. Jedoch wird im Film die ganze Interpretation für einen gemacht, und das ist schade. Auch der Zusamenhang zum zweiten Weltkrieg wird im Film komplett ausgelassen. Der Film gehört zum Drama-genre, oh ja viel Drama gibt es eher über den Film, und nicht im Film selbst, da wie gesagt der Film sehr schwer von Begriff ist. Die Altersfreihabe 12 ist auch vollkommend unpassend, ich kann mir nicht vorstellen, dass eine 12-jährige Person diesen Film in Ruhe ansehen kann. Persönlich liebe ich Horrorfilme, ich kann nie genug von ihnen bekommen, jedoch von diesem, für mich wahrgenommen Horrorfilm, habe ich schnell mehr als genug bekommen. Die ganze Stimmung im Film fühlt sich an, als würde man absichtlich den Zuschauer mobben, man weiss, dass es jede Sekunde einen Jumpscare geben wird, man spürt und fühlt es. Nichts. Nichts kommt, und dann plötzlich boom, man erschrickt sich zu Tode. Durch diese sehr ängstlichen Szenen, musste ich, eine 16-Jährige öfters mal die Augen schliessen. Dieser Film ist eine gefällt mir im Gegensatz zum wundervollen Buch, leider nicht ganz so sehr. Leider kann Marlen den 2017 veröffentlichten Film nicht ansehen, denn sie würde sich fragen, wie dieses schön geschriebene Buch in so einen verwirrenden Film verwandelt werden konnte. Die Rahmen- und Binnenhandlung sind im Film grundsätzlich gleichgeblieben, wie im Buch. 

  • Der erste Jumpscare des Filmes
  • diese Szene hat mich für mein Leben verstört, da Stella mit Richard erwischt wurde, und Anna wieder zu rennen begann.

Was man dem Film jedoch geben muss, ist die schöne Farbenmetaphorik und das Film Szenario. Jede Handlung wurde durchdacht und in der bestmöglichen Art und Weise dargestellt. Vor allem die Farbenmetaphorik ist mir am meisten geblieben. Man konnte sich immer der Stimmung der Farben anpassen. Der gelbe Lastwagen (ich spoilere jetzt, also lesen Sie auf Eigen Verantwortung) der Stella überfahren hat, war für mich sehr präsent, und auch ihr rotes Kleid war schön im Fokus. 

  • Das rote Kleid fällt sehr schön in den Fokus, oder nicht?

Das Dingsymbol in diesem Film, hat es mir auch sehr angetan. Der immer wieder vorkommende Vogel war im Film so gut dargestellt wie im Buch. Kommen wir also zum Fazit dieses Filmes, wenn Sie die wahre schöne Geschichte dieses Filmes wollen, lesen Sie lieber das Buch. Wenn Sie jedoch den Film sehen möchten, schauen Sie doch jeweils einfach einen Kinderfilm der am Sonntagabend auf SAT 1 läuft, denn der wird es Ihnen wahrscheinlich mehr antun.

4 Kommentare

  1. Ich fand deine Rezension sehr schön und mit vernünftigen Argumenten. Du hast die Rede vom ersten Satz an mit einer Kritik begonnen, vielleicht hättest du am Anfang etwas neutraler bleiben können und dann am Ende kritisieren, insgesamt ist es eine Rezension, die mir sehr gut gefallen hat. Vielleicht hättest du dich etwas mehr mit der Geschichte und dem Autor beschäftigen sollen. Dass es auch Bilder gibt, macht die Rezension noch bunter und macht Lust aufs Lesen. :))

  2. Mir hat die Rezension sehr gefallen. Es ist in einem Sprachstil geschrieben, welcher das Lesen unterhaltsam macht. Ich habe kleine Tipfehler gefunden, jedoch stört mich das nicht bei diesem Text. Das Deutsch ist sehr gut und die Bilder runden das ganze gut zusammen. 🙂

  3. nadia, meiner meinung nach hast du versucht zu viel humor in die rezension zu bringen, jedoch scheitert diese idee ein wenig, wenn die grundforderungen eines solchen textes fehlen. du hast einige szenen umschrieben und dabei deine emotionen erläutert aber sofern es den inhalt angeht, hat es mir einfach nicht gereicht.
    es wirkt für mich mehr wie ein tagebuch eintrag und kein seriöses feedback. kritik muss einen gewissen anhaltspunkt haben (inhalt, storyline etc.) um etwas über ein buch oder film auszusagen. die bilder unterstützen deine aussagen im bereich von der farbenmetaphorik, jedoch werden sie wieder druch die kommentare gekränkt…

  4. Ich finde deine Rezension an sich gut geschrieben, du hast deine persönliche Meinung eingebracht, was generell das Ziel ist. Bei der Timeline kann ich dir jedoch nicht zustimmen, denn es ist bei Filmen oft so, dass zuerst das Ende gezeigt wird (hier: Stellas Tod) und danach, wie es dazu kam, dass ist ein stilistisches Mittel. Und im Buch ist es ja auch so, also sollte es eigentlich nicht verwirrend sein. Ebenfalls finde ich einige deiner Redewendungen/Aussagen etwas unpassend, wie zum Beispiel ‚oh ja viel Drama‘ und ‚absichtlich den Zuschauer mobben‘. Ich kann so den Text eifach weniger ernst nehmen. Ich finde es aber schön, dass du Bilder eingefügt hast, dass frischt die eigene Erinnerung an den Film wieder auf.

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